Pressestimmen zu Wir Kellerkinder

.... von Wolfgang Neuss


Berliner Morgenpost

Freitag, den 20. März 1998
Ortrun Egelkraut
in der Berliner Morgenpost:

"Helden sind verrückt: Wir Kellerkinder im Freien Schauspiel

Wolfgang Neuss ist nicht zu kopieren, aber das ist auch das einzige, was man gegen die Aufführung "Wir Kellerkinder" im Freien Schauspiel einwenden kann. Dort gastiert der Schauspieler und Kabarettist Didi Jünemann aus Köln, der unter der Regie von George Isherwood den 1960 entstandenen Film des Berliner Schauspielers und Kabarettisten Neus zum virtuosen Ein-Personen-Stück umformte.

Im engen Keller des Freien Schauspiels hat sich Jünemann zwischen Kartoffeln Kohlenschippe und Cola-Flaschen wohnlich eingerichtet. Versatzstücke vom Spielzeugbomber bis zum Plattenspieler illustrieren 22 Jahre deutsche Geschichte.

Das Kellerkind Macke hat 1938 einen Kommunisten im Keller und nach dem Krieg im selben Loch seinen Vater vor der Entnazifizierung versteckt. Diese doppelte Heldentat bringt ihn in die Klapsmühle. Dort trifft er andere „Nichtangepasste“, deren Bewährungsproben im richtigen Leben mehrfach erfolglos bleiben. Denn die von früher sitzen schon wieder auf den entscheidenden Posten.

In einem fulminanten Kraftakt spielt Jünemann alle Figuren des Films, die er bis in die Nuancen perfekt charakterisiert: der zackige Nazi, der humane Kommunist, die erotisch unterversorgte Nachbarin. Trocken kommentiert er das Geschehen und spießt in dieser „deutschen Satire“ gesamtseutsche Verhaltensweisen auf, die sich bis heute kaum verändert haben."

Freies Schauspiel Pflügerstr. 3 Neukölln nächste Aufführungen bis 23.März täglich 20 Uhr Atelier-Theater Köln Roonstr. 78 50674 Köln 1.u.2.09. sowie 3.u.4. 11. 2024


Berliner Morgenpost:

"In einem fulminaten Kraftakt spielt Jünemann alle Figuren des Films, die er bis in die Nuancen perfekt charakterisiert: der zackige Nazi, der humane Kommunist, die erotisch unterversorgte Nachbarin.
Trocken kommentiert er das Geschehen und spießt in dieser "deutschen Satire" gesamtdeutsche Verhaltensweisen auf, die sich bis heute kaum verändert haben."


Kölnische Rundschau:

"Mit Pauke und Jungvolkuniform gelingt es Jünemann aber nicht nur, den naiven halbwüchsigen Macke glaubhaft darzustellen.
Er vermag darüber hinaus, im permanenten Rollenwechsel auch die übrigen Personen lebensnah zu skizzieren.
Dass dabei weniger Zwerchfellerschütterung als schmunzelnde Rührung und zuweilen sogar Nachdenklichkeit erzeugt wird, ist sicherlich kein Manko."


Berliner Tagesspiegel:

"Natürlich, wem könnte Supersatiriker Neuss aus dem Kopf gehen, wenn Jünemann von - von ähnlich gedrungener Gestalt, hinterhältig nett - dessen Formulierungen auf leicht rheinländisch gefärbter Zunge trägt."


Kölner Stadtanzeiger:

"Bei aller Komik zieht Didi Jünemann doch einen beinahe traurigen Ton durch die starke Inszenierung. Wolfgang Neuss, wohl einer der merkwürdigsten "Wirrköpfe" der alten Bundesrepublik ist just im Wendejahr 1989 recht kläglich gestorben."


Westfälische Nachrichten:

"Klar: Jünemann inszeniert einen Film aus den 60'er Jahren, aber er setzt die Mittel des modernen Kabaretts so geschickt ein, daß auch die heutige Gesellschaft ihren Spiegel vorgehalten bekommt.
Am Ende kommt dann selbstverständlich noch ein Neuss Original: "Wir Kellerkinder haben große Zeiten," so schloß Jünemann seine kabarettistische Meisterleistung."

 
   

Hier die » Inhaltsangabe von Wir Kellerkinder

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